Angekündigte Alarmübung: Feuerwehr Hohenahr übt flächendeckenden Stromausfall

Am gestrigen Samstag führte die Feuerwehr Hohenahr eine angekündigte Alarmübung mit dem Szenario eines flächendeckenden Stromausfalls durch. Ziel der Übung war es, die internen Abläufe, die Besetzung der Feuerwehrgerätehäuser, den Aufbau sogenannter Leuchttürme sowie die Kommunikationswege unter erschwerten Bedingungen zu überprüfen.

Um 15:30 Uhr wurde die Feuerwehr Hohenahr planmäßig alarmiert. Bereits nach wenigen Minuten waren die Feuerwehrgerätehäuser mit jeweils rund 25 Einsatzkräften besetzt. Im ersten Schritt wurden die Tore über die Notentriegelung geöffnet und die Feuerwehrgerätehäuser über die vorbereiteten Notstromeinspeisungen mit Strom versorgt.

Anschließend erfolgte die erste Einteilung der Mannschaften. Die ersten Fahrzeuge fuhren mit Personal die vorgesehenen Leuchttürme an. Als Leuchttürme dienen im Gemeindegebiet die Dorfgemeinschaftshäuser in Großaltenstädten, Ahrdt und Mudersbach. Dort werden durch die Feuerwehr Stromerzeuger aufgebaut, um Licht in den Gemeinschaftsräumen bereitzustellen. Die Standorte dienen im Ernstfall als Anlaufstellen für die Bevölkerung, insbesondere zur Kontaktaufnahme in Notfällen und zur Weitergabe wichtiger Informationen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Übung war die Personalplanung über einen längeren Zeitraum. Unter möglichst realistischen Bedingungen wurde davon ausgegangen, dass nicht jeder Feuerwehrangehörige dauerhaft verfügbar ist. Einige Einsatzkräfte arbeiten beispielsweise im Rettungsdienst, im Krankenhaus oder bei Berufsfeuerwehren und werden dort ebenfalls benötigt.

Deshalb wurde ein Schichtbetrieb mit 12-Stunden-Schichten über einen Zeitraum von 72 Stunden geplant. Dabei wurde festgelegt, wie die Feuerwehrgerätehäuser und die Leuchttürme dauerhaft mit Personal besetzt werden können. Die Feuerwehrgerätehäuser sollen im Ernstfall als zentrale Anlaufstellen und für den technischen Betrieb besetzt bleiben. Die Leuchttürme werden mit Personal für Kommunikation, Lichtversorgung und als Ansprechpartner vor Ort vorgesehen.

Auch die technische Einsatzleitung Feuerwehr wurde in die Planung einbezogen. Diese würde sich in der Feuerwehreinsatzzentrale bilden und besteht aus Führungskräften der Feuerwehr. Ihre Aufgabe ist es, die Gesamtlage im Blick zu behalten, Maßnahmen zu koordinieren, Dienstpläne fortzuführen, die Versorgung der Einsatzkräfte zu planen und den organisatorischen Ablauf innerhalb der Feuerwehr zu steuern.

Im weiteren Verlauf wurde außerdem der Ausfall von Kommunikationswegen simuliert. Bei einem länger andauernden Stromausfall ist damit zu rechnen, dass neben dem Festnetz auch der Mobilfunk nach einer gewissen Zeit schnell nicht mehr zur Verfügung steht. Auch der Digitalfunk kann bei einem großflächigen und länger andauernden Szenario in seiner Reichweite eingeschränkt sein.

Aus diesem Grund wurde der Gerätewagen IuK des Lahn-Dill-Kreises in die Übung eingebunden. Dieser wurde im Bereich oberhalb von Hohensolms, bei den Windrädern am sogenannten Fahrerlager, eingesetzt. Dort wurde ein Repeater aufgebaut, um die direkte Reichweite des Funkverkehrs zu erweitern.

Für die Bevölkerung ist wichtig zu wissen: Bei einem Stromausfall fällt das Festnetz in allen Haushalten aus. Der Mobilfunk ist zwar in der Regel noch eine gewisse Zeit gepuffert, kann bei einem längeren Ausfall jedoch ebenfalls zusammenbrechen. Auch die Sirenen der Feuerwehr sind technisch bedingt nicht gepuffert und stehen bei einem Stromausfall nicht zur Verfügung.

Daher wird es innerhalb der Feuerwehr Hohenahr eine interne Regelung geben, dass sich die Einsatzkräfte nach etwa 60 Minuten Stromausfall selbstständig in den Feuerwehrgerätehäusern einfinden. Dort kann das Notfallkonzept hochgefahren und über die technische Einsatzleitung Feuerwehr das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Die Bevölkerung kann anschließend, soweit erforderlich, auch über Lautsprecherdurchsagen informiert werden.

Ein zentrales Ergebnis der Übung ist aber auch: Die Feuerwehr kann Anlaufstellen für Notfälle einrichten und technische sowie kommunikative Unterstützung leisten. Eine Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Getränken, Medikamenten oder Pflegeleistungen kann die Feuerwehr jedoch nicht sicherstellen.

Deshalb bitten wir alle Bürger, sich mit der eigenen Notfallvorsorge zu beschäftigen. Dazu gehört insbesondere die Frage, wie man sich und seine Familie mehrere Tage ohne Strom, Einkaufsmöglichkeit, Heizung oder funktionierende Kommunikation versorgen kann. Wer regelmäßig Medikamente benötigt, auf medizinische Geräte angewiesen ist oder pflegerische Unterstützung braucht, sollte frühzeitig mit Ärzten, Pflegediensten oder Angehörigen besprechen, welche Möglichkeiten für den persönlichen Notfall bestehen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stellt hierzu umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Der BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ enthält praktische Checklisten und Hinweise zur persönlichen Vorbereitung. Den Link dazu stellen wir am Ende dieses Beitrags zur Verfügung.

Die Übung hat gezeigt, dass die internen Abläufe und das Konzept planmäßig anlaufen und umgesetzt werden können. Gleichzeitig wurde deutlich, an welche Grenzen man bei einem solchen Szenario schnell kommt und wie wichtig eine Eigenversorgung der Bevölkerung ist.

Weitere Informationen finden Sie hier:

BBK – Vorsorge und Handeln bei Stromausfall
https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Stromausfall/stromausfall_node.html

BBK – Ratgeber und Checkliste: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen
https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Ratgeber-Checkliste/ratgeber-checkliste_node.html

2 Kommentare zu „Angekündigte Alarmübung: Feuerwehr Hohenahr übt flächendeckenden Stromausfall“

  1. Danke für Euren Einsatz! Es ist sehr gut, zu wissen, dass hier in Hohenahr viele Menschen mit starken Kompetenzen für Notfälle bereit stehen! Danke auch, dass Ihr aufzeigt, wo die Bevölkerung zum mitdenken und vorsorgen aufgerufen ist!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert